Dienstag, 19. August 2014

29. Tag: Von Бачка Паланка   nach Нови Сад

Jetzt gilt es wieder Städtenamen zu entziffern. Zum Glück sind viele zweisprachig ausgeschrieben. Straßennamen allerdings nicht.Doch davon später.Die Strecke nach Novi Sad ist überschaubar. Knapp 50 km. Eigentlich hatte ich für heute wieder eine Achterbahn erwartet, aber die blieb komplett aus. Die Ausfahrt aus Backa Palanka ist nicht so toll. Stark befahrene Straße, kein Radweg. Doch dann läßt der Verkehr etwas nach und bei Celarevo geht es sogar wieder mal auf den Damm. Zuerst geschottert, doch machbar und später sogar geteert. Der Tag wird heiß. 
Eine Pause am Donaustrand. Baden? Oder nicht baden, das ist hier keine Frage. Höchstens mal die Temperatur überprüfen. Die Donau hat viel Wasser und ist an dieser Stelle ziemlich schnell!!


Die Nebenarme laden mich auch nicht so richtig ein. So zuckle ich gemütlich auf dem Damm weiter. Treffe einen Herrn der vom Angeln kommt und  sehr gut Deutsch spricht. Er war schon mal in Donaueschingen-"ein Auto kaufen, gebraucht."
In Futog schaue ich mir die erste orthodoxe Kirche auf dieser Reise an. Die Kirche von den  Hl. Cosmas und Damian ist ganz frisch renoviert und hat eine sehr beeindruckende Ikonostase. Hat schon was, wenn der Priester seine "heiligen Handlungen" nicht vor Aller Augen zelebriert. Dramaturgisch sehr geschickt, das "Heilige und das Profane" zu trennen.

Es hat etwas gedauert, bis mir klar geworden ist, was in Futog anders ist als in anderen Orten. Es riecht hier ganz besonders gut. Jetzt fallen sie mir erst auf. An den Straßenrändern immer wieder, blühende Jasmin- nein Sträucher sind das keine mehr, -bäume

 Kein Witz, das ist Jasmin, voll mit Blüten.
Und noch eine Besonderheit hat Futog

Den ersten, den ich auf meiner Reise sehe. Wie kommt man als  Chinese auf die Idee in Futog einen Laden aufzumachen? Auch das, eine spannende Frage, die mich lange beschäftigt hat. Eine meiner vielen Theorien besagt, dass "Fu Tok" auf chinesisch/koreanisch/vietnamesisch etwas ganz besonders Schönes bedeutet. Z.B. "Ort des Duftes der Jasminblüte" ! Und diesen Ort hat er gefunden. Ich hoffe sehr, er hat diese Entscheidung nie bereut!!

Kurz hinter Futog beginnt die Einfahrt nach Novi Sad. Hässlicher geht es nicht. Der Damm bleibt mir zwar noch erhalten, aber er führt durch eine einzige wilde Müllkippe. Nach den Müllkippen, Militärgelände, nach dem Militärgelände, Plattenbausiedlungen. Die Stadt scheint sich zu entziehen. Wo, verdammt noch mal, ist das Zentrum. Auch als die Straßen breiter werden ist von Zentrum nichts zu sehen. Irgendwann kommt die Uni, dann ältere Wohnviertel. 
Schließlich frage ich mich durch und lande tatsächlich in einem ganz netten Stadtzentrum. Das Hotel zu finden ist schon schwieriger. Wie gesagt, die Straßenschilder sind nur auf Kyrillisch. Das dauert, bis ich was rausbekomme. Vor allem auf dem Stadtplan sind alle Namen nur in lateinischen Buchstaben, das ist nicht unbedingt hilfreich. Doch die Leute sind sehr hilfsbereit. Ein junger Mann, macht mir die Eskorte und geleitet mich direkt ans Hotel, einmal bin ich schon daran vorbei gefahren, und habe es nicht gesehen. Liegt mitten in der Altstadt. Da ich sehr früh ankomme, habe ich den ganzen Nachmittag für Sightseeing.

Diese Altstadt hat was; sie erinnert mich, mit den Passagen und Höfen an ein Bazar Viertel. Cafés und Restaurants in Hinterhöfen, schnuckelig,

Außerhalb der Altstadt allerdings Boulevards und "Pracht"bauten aus sozialistischer Zeit

Auf der anderen Seite der Donau, die Festung 
Sehr beeindruckend

Mir hat am besten der Blick auf die neu errichtete Brücke von Novi Sad gefallen, die von NATO Flieger zerstört worden war und viele Jahre die Schifffahrt auf der Donau blockiert hat und nun wieder aufgebaut ist.

Was mir bei dem Bild etwas weniger gefällt, sind die Berge. Gerade habe ich noch einmal die Karten studiert. So ganz ohne wird der morgige Abschnitt nicht!
Ihr hört von mir


1 Kommentar:

  1. Manfred, die Hügel schaffst Du doch lässig! Sehe ich auf dem Bild von der Festung in Novi Sad eine "Donauschlange" auftauchen? Nicht baden!
    Gruß
    Hubert

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