Samstag, 9. August 2014

19. Tag von Komarno nach Nagymaros

Die Penzio Duna auf der slowakischen Seite, war unschlagbar preisgünstig. Das hat auch seine Nachteile. Die Nacht war äußerst kurzweilig. Ein Schlaumeier hat unter meinem Fenster einen Bewegungsmelder und eine Stadionbeleuchtung angebracht. Und immer wenn ein Straßenköter durch die Gasse lief. War mein Zimmer hell erleuchtet. Da konnte ich Vorhänge zuziehen so viel ich wollte. 
Aber das Essen war richtig gut -für 2,80 € - das glaubt man nicht! Es fällt auch auf, das in ganz Komarno noch kein Lidl, Aldi, Plus, Obi zu sehen ist. Wie sollen die auch diese Preise noch toppen. 
Nach meinen Erfahrungen gestern bin ich etwas skeptisch aufs Rad gestiegen, zumal klar war, dass es auf einigen Abschnitten auf öffentliche Straßen ging. Die ersten Kilometer waren ganz in Ordnung aber strunzlanweilig. Industriegebiete, aus sozialistischer Zeit, manche noch in Betrieb, manche mit neuen Kleinbetrieben in alten Mauern - und der Rest, Industriebrache.


Dann muss ich wirklich auf eine Art Bundesstraße. Zum Glück ist es Samstag. Schön radeln geht anders. Aber es ist auch nicht so problematisch, wie ich gefürchtet hat. Der Beleg ist relativ gut und das Problem, Schlaglöchern nicht ausweichen zu können, weil gerade ein Lastwagen von hinten anbraust, ist nicht wirklich eingetreten. 
Der Tag ist superschön. Gut, dass ich früh losgekommen bin. Allerdings ohne Frühstück, weil die Diskussion, ab wann es Frühstück gibt 1:0 für den Koch ausgegangen ist. Er will erst ab 9:00 Frühstück machen. Das ist mir zu spät. 
Doch es gab dann doch schon eine Bäckerei die auf hatte und sogar Kaffee hatte.
Gegen 11:00 ändert sich die Landschaft. Zum Teil Bilderbuch Ungern, mit den Brunnen auf den Weiden. Endlos Sonnenblumenfelder

Und am Wegesrand die Obst- und Gemüsestände mit den Wassermelonentürmen

 Ok, hier gerade nicht so sehr türmisch. 
Die Donau habe ich seit der Brücke von Komarno nicht mehr gesehen. Aber jetzt, da ich mich Esztergom nähere, erwische ich ab und zu mal einen Blick durch die Büsche.
Esztergom am Mittag. Das Rom Ungarns - wegen der großen Kuppel der Basilika. Da gehört schon viel Kulturbeflissenheit dazu, mit dem Fahrrad den Berg hinauf zu fahren, wo doch der Radweg, endlich wieder an der Donau entlang geht.
Aber was soll´s:


Und sie ist in ihrer einfallslosen Protzarchitektur, seit dem letzten Mal auch nicht schöner geworden. Der Blick auf die Donau - ok, das lohnte sich dann doch 

Danach geht es auf einem schattigen Radweg immer der Donau entlang. Es ist Samstag, Der Ungar geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Am Donauufer ein Kesselgulasch aufsetzen, und seinen selbstgemachten Wein zu trinken. Ein Kesselgulasch braucht seine Zeit. Je länger ich von einem kleinen Badesstrand zum nächsten radle, desto lustiger sind die Samstagsgesellschaften.

Dann finde ich auch eine Bucht für mich und mache Mittag.
Bei Szob steht dann mal wieder eine Fahrt mit einer Fähre an. Diese hier ist wieder etwas ganz besonderes.
Es ist nicht einfach eine Fähre, sondern ein Ponton, das von einem Schlepper gezogen, geschoben, gedreht und ausgerichtet wird. Das war absolut faszinierend, wie der Schlepper mal links, mal rechts, mal hinter dem Ponton war. Das wirkte schon fast wie ein Ballet. 


Das hat sich doch gelohnt, dass ich fast eine Stunde auf die Fähre warten musste. Als ich ankam, war sie gerade abgefahren. Aber im Schatten, unter einer Weide, und der Blick auf den Fluss, kein Problem.

Das letzte Stück, bis Nagymaros, war superschön. Entgegen der Karte ging der Radweg durch. Nagymaros liegt gegenüber von Visegrád und am Anfang des Donauknies.
Morgen werde ich also gleich am Anfang eine der spektakulären Donauabschnitte genießen können. Nach Budapest ist es nicht mehr weit. Ich denke ich bin am frühen Nachmittag dort. Habe ein Hotel im Zentrum, 2 Nächte - Ruhetag ist angesagt. Und ich hoffe, ich habe meine Lektion in Wien gelernt. Ich kann nicht Alles sehen. 
Eines hätte ich aber gern gesehen. Seit Györ ist in jedem Dorf eines dieser Plakate

Und jeden Tag sage ich mir, heute Abend schaust du nach Karten und jeden Abend habe ich es vergessen.
Heute ist es zu spät! Ausverkauft. Aber wer weiß, vielleicht war das Spiel auch schon vor 3 Tagen ausverkauft. Denn es ist nicht ein x-beliebiges Spiel. Es ist die offizielle Einweihung des neuen Stadions.
Na ja, gehe ich halt in die Oper!



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