13.Tag von Aggsbach-Dorf nach Tulln
"Heut ist so a schener Tog, ta ta ta taa.."
Hätte ich heut fast den ganzen Tag singen können. Perfektes Frühstück auf der Terrasse de Hotels über der Donau
Danach die ersten 20 km wieder im Schatten auf der Südseite, kühler Fahrtfind, perfekt. Und links die Burgen und malerischen Dörfer.Und im Handumdrehen bin ich nicht mehr im Mostland, sondern im Weinland, der Wachau, was mir bezüglich des Weins relativ wurscht ist. Aber die Wachau ist wirklich so schön, wie sie in den Heurigenbeitzen singen (habe ich mir sagen lassen, dass sie da von der Wachau singen!)
Weinberge, Birnen, Marillen, Äpfel. üppig. Zwar konnte ich mir heute keine Banane besorgen, aber Marillen sind auch nicht schlecht,
"Etzel, der mächtige Hunnenkönig, dessen Frau Helche verstorben ist,
freit nun um Kriemhild. Kriemhild nimmt die Werbung an und begibt sich
mit Rüdiger von Pöchlarn, der für Etzel warb, ins Hunnenland."
Da kommt das Schild, Abzweiger aufs andere Ufer nach Krems. Eigentlich sollte ich da vorbei fahren. Marillen und Krems, da kommen ganz frühe Kindheitserinnerungen hoch. "Die Tante aus Krems", ich weiß nicht mal ob sie überhaupt mit uns verwandt war, kam einige Male im Sommer zu uns nach Geislingen zu Besuch. Sie war "Köchin" bei "Herrschaften" in Krems, immer gewesen, hatte deren Kinder mit groß gezogen, und blieb, wenn ich mich richtig erinnere, auch im Altern bei ihren Herrschaften wohnen. Wo hätte sie auch sonst hin sollen. Versichert ist sie vermutlich nie gewesen. Es muss wohl so gewesen sein, dass die "Herrschaften" der "Tante aus Krems", im Sommer, wenn sie in Urlaub fuhren, keine Verwendung für die Tante hatten und sie dann zu uns kam. Und bei uns das machte, was sie in Krems auch tat, - kochen. Seit dieser Zeit sind Marillenknödel, bei mir ein Mythos. Denn sie hätte uns gerne Marillenknödel gemacht, aber Marillen, die gab es in Geislingen nicht, stattdessen machte sie Pflaumenknödel, betonte aber immer, dass diese kein Vergleich mit Marillenknödel stand hielten. Die Pflaumenknödel, mit brauner Butter und gerösteten Semmelbröseln waren ein Gedicht.- Seit dieser Zeit träume ich davon - einmal richtige Marillenknödel zu essen!! Bis heute ist es ein Traum geblieben. Mal sehen, was es nachher zu essen gibt!!
Nach Krems bin ich dann nicht gefahren.
Der Regen der letzten Tage und Wochen macht sich auch auf der Donau bemerkbar. Die Pegel steigen. Es gibt überflutete Auwälder, die Strömung ist oft reißend, und auch die Treppelpfade sind immer mal wieder betroffen.
Was meine Fährmänner vor einigen Tagen so in Rage gebracht hat, erscheint mir inzwischen als eine unglaublich komplizierte Aufgabe. Wann soll man Schleusen aufmachen, wann Wasser zurückhalten? Was passiert, wenn man verhindern möchte, dass Ortschaften weiter unter absaufen, dann aber ein lokales Gewitter in diesem Abschnitt, die Pegelstände steigen lässt? Das sind Entscheidungen, die Existenzen retten oder gefährden können. Ich möchte nicht an diesen Schaltern sitzen.
Jedes Dorf, jede Stadt hat ihre eigenen traumatisches Hochwasser erlebt. Kein Ort, an dem nicht die Jahrhunderthochwassermarken zu sehen sind:
2002 oder
1899 keines ist vergessen. Ich wundere mich manchmal, warum die Menschen so an ihren Häuser festhalten. Heute sind ja immerhin gewaltige Dämme und Tore und Wehre vorhanden, aber trotzdem gibt es keine Sicherheit
Das Flusskraftwerk bei Zwentendorf hat alle Schleusen geöffnet.Das sind keine braunen Wände, das ist unglaublich viel Wasser. Es rauscht gewaltig und unterhalb des Kraftfeldes steigt der Pegel sichtbar, während ich hier entlang fahre.
Ach ja, Zwentendorf!
- Spulen wir ein wenig weiter zurück.
Nun, da meine Tage auf österreichischen Radwegen gezählt sind, (Morgen noch eine Kurzetappe nach Wien rein, und hinter Wien, geht es ja schon bald in die Slowakei ) ist ein dickes Lob für das Radwegenetz an der Donau fällig. Das ist einfach super, da können die Bayern und die Baden-Württemberger sich eine gewaltige Schnitte abschneiden. Keine Schotterpisten, keine unnötigen Umleitungen, Alternativangebote werden immer als solche ausgewiesen, jeder kann selbst entscheiden, wie er weiter fahren möchte.
Also wirklich ein Hoch auf den österreichischen
Ich vermute mal, treppeln entspricht unserem treideln, - also das flussaufwärts Ziehen, mittels Pferde, Esel oder Menschenkraft.
Auch die Befürchtung, dass die Radwege zwischen Passau und Wien im Sommer überlaufen seien, hat sich bislang nicht bestätigt. Sicher, es gibt immer wieder Punkte, da klumpen die Radfahrer etwas, aber auch heute war ich die meiste Zeit allein unterwegs. Genial sind natürlich die Jausen- oder Radlstationen, die es in regelmäßigen Abständen gibt. Die nehmen an einem Sonntag, wie heute, bis zu 50-60 Radler aus dem Verkehr.
Jetzt wieder zu Zwentendorf. Inzwischen ist es richtig schwül, es drückt. Ich will mein Etappenziel Tulln erreichen. Da wäre ich doch beinahe am Atomkraftwerk Zwentendorf vorbei gefahren ohne es zu merken. Dann halte ich. Stutze. War da nicht direkt unter dem Atomkraftwerk eben eine Jausenstation im Stil einer großen Almhütte? Alptraum, nein Wirklichkeit:
Vorne rechts, Moment ich zoome ran:
Der Österreicher hat ein entspanntes Verhältnis zu seiner Atomkraft. Schätzungsweise 60 Radler jausen friedlich im Schatten des AKWs
Eigentlich hätte ich ja zurückfahren müssen. Aber, wie gesagt, ich wollte raus aus der Sonne.
Um 14:30 bin ich in Tulln. Super, ich kann mein Zimmer beziehen, um 15:00 macht der "Schwarze Adler" Mittagspause. Und um 15:00 beginnt es zu blitzen und zu donnern. Ein gewaltiges Gewitter geht ab!!
In einer kleinen Regenpause, husche ich in das Egon Schiele Museum, der hier geboren ist. Das Museum ist im alten Gefängnis der Stadt und zeigt ganz frühe Arbeiten. Hat mir sehr gefallen. Ja und dann musste ich natürlich wieder die Nibelungen suchen. Nibelungen - ohne Tulln, das geht gar nicht.
Rüdiger haben wir gestern kennen gelernt.
Etzel, der es nicht erwarten kann Kriemhild zu sehen reist ihr entgegen - und in Tulln treffen sie sich!!
Wie man unschwer erkennen kann. Etzel, ganz Hunne mit Kinnbärtchen, und das Gefolge Kriemhilds mehr als skeptisch.
Was ich heute gelernt haben:
2. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass das Fahrrad, nicht nur was die Energie-Effizienz betrifft, das beste Fortbewegungsmittel ist, das die Menschheit je erfunden hat. Heute, ich muss es eingestehen, habe ich doch ein Manko des Fahrrads entdeckt. Seine eingeschränkten "Zuladungsmöglichkeiten"!!
Wie gerne hätte ich heute
das eine oder andere Fläschchen Marillenschnaps zugeladen!! - Tough luck!!
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen