23.Tag: Von Ráckeve nach Dunapataj
Ein idyllischer Morgen, irgendwo zwischen Nirgends und der "Autobahn" 51.
Sehr idyllisch. Sehr viel Fliegen. Aber nur lästige, keine stechenden. Ihr sollt auch mal sehen wo Euer Blogger so bloggt, bitte schön, das war der Platz der 3 Blogs an einem Tag, auch sehr lauschig.
Dass wir heute Morgen schon um 8:00 Frühstück bekamen habe ich wohl dem energischen ungarisch/belgischen Fleischimporteur zu verdanken, der original "pata negra" Schinken von der ungarisch/ukrainischen Grenze nach Brüssel schafft.Doch heute ist er mit seiner Familie auf "Heimaturlaub".
Ja, die "Frühstücksproblematik" entwickelt sich zu einem "running gag". Auch mein hilfsbereiter Fleischhändler, der mir versichert, dass ich "das" versuchen muss "schmeckt gut mit allem" konnte nicht verhindern, dass ich mit meinem Omelett wieder bis Mittag zu kämpfen hatte. Es war zwar vernünftig dimensioniert -höchstens 3 Eier - aber die kleinen Fettbrocken, waren von ganz besonders gut gerauchtem Speck. Den Rauch konnte man beim Ausatmen fast noch sehen.
Mein Pech, dass es nichts anderes als Omelett gab, so musste ich mein Mittagssandwich auch damit belgen, was meinen Kampf mit den "Griebele" noch verlängerte. Was ich inzwischen auch ausreichend getestet habe, ist, dass mir die grüne Frühstückspaprika, egal ob scharf oder mild nicht bekommt. Auch das werde ich dem Ungarn nicht mehr klar machen können.
Die ersten Kilometer waren unschön. Ich muss auf die 51. Zwar fahren die meisten Autos Richtung Budapest, aber entspannt radeln geht anders.
Aber es gibt solche Tage, an denen eine wenig vergnügliche Strecke in die nächste übergeht. Dass es heute heiß werden würde, das war zu erwarten. Aber die Alternative zur "51" war neu. Dämme jeglicher Art bin ich ja schon gefahren, aber den komplett grünen, sozusagen Ökodamm noch nicht. 12 Kilometer immer nur durch die Wiese.
Nein, das ist kein Golfplatz, das ist mein Weg! Un den ganzen Tag, diesen Industriekomplex, vor mir, neben mir, hinter mir.
Wer nun meint, das sei doch ein gemütliches Fahren, der hat es noch nicht versucht. Es gibt drei Arten von Wiese. Die, die aus Grasbüschelhaufen besteht, das ist wie Kopfsteinpflaster, nach ein paar Kilometern klappert Alles, dein Fahrrad, dein Gepäck, dein Gebiss.
Dann kannst du die dichte glatte Wiese suchen. Die rumpelt zwar nicht, aber die leistet Widerstand und geht in die Schenkel. Und wenn du großes Glück hast, dann gibt es so etwas wie eine angedeutete Spur, max. 20 cm breit, meist weniger. Wenn man versucht die einzuhalten, dann wird man meschugge.
Irgendwann werden die Oberschenkel sauer - im wörtlichen Sinne.
Auf einmal ist der Damm geteert. Mitten drin, Eurovelo 6 vom Feinsten, keiner weiß warum hier, und keiner weiß warum er dort hinten wieder aufhört. Doch dieses Mal in einer Fahrspur. Sand, das ist ok.
Zu sehen gibt es hauptsächlich Sonnenblumenfelder
Sonnenblumen so weit das Auge reicht. Dann Kukuruz und bereits abgeerntete Getreidefelder, - mit hunderten von Kiebitzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sogar ein Adlerpaar gesehen habe.
Dann auf einmal wieder die "51" - zum Glück wieder nur 4 Kilometer.
Dann ist die Strecke wieder geteert und geht schnurgerade neben der 51 her. Juhu, doch jetzt kommt Gegenwind auf - und zwar richtig. Einerseits schön, denn die Hitze wird langsam unerträglich, andererseits schiebe ich wieder diese Schrankwand vor mich her.
Um 13:10 ist es so weit. Mein Tacho zeigt, 1440km - Wenn ich die Donau wäre, hätte ich jetzt genau die Hälfte hinter mir. Bin ich aber nicht.
Es ist fast nicht zu glauben, dass ich noch mehr mäandriere wie diese. Denn, wenn ich meiner Karte glauben soll, dann fehlen ihr noch über 1560 Kilometer bis zu Mündung.Diese Hälfte werde ich wahrscheinlich übermorgen hinter Mohac erreichen.
Das baut mich jetzt auch nicht gerade auf.
Kurz vor 4 erreiche ich Dunapatej und eine wirklich nette Pension.
Pökölt und Knöpfle habe ich inzwischen auch gegessen und ein lecker Soproni (was für eine Verdunstung hier in den Puszta, die 2. Flasche ist nur noch halb voll). Jetzt geht es mir wieder einigermaßen. Aber die Oberschenkel sind verschnupft!!
Nachher werde ich mal meine Motivationstrainerin anrufen.
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