16. Tag von Wien nach Bratislava
Ich wache heute recht früh auf. Das liegt sicher nicht nur daran, dass der Lärmpegel im Hinterhof recht hoch ist. Tauben können sich in einem solchen Trichter unglaublich laut anhören.Es war sicher auch die Anspannung. Jetzt beginnt der 2. Teil der Reise. Die "Rund-um-Versorgung" der Österreichischen Radwege werde ich heute noch ein Stück genießen können. Was dann kommt? Ich bin (ange)gespannt.
Um 8:00 Uhr bin ich aus dem Weg aus Wien raus. Auf der Fahrt nach Wien hinein- und auf der Fahrt aus Wien heraus mochte ich die Stadt am Liebsten. Gleich nach der Brücke komme ich auf die Hauptallee durch den Prater. Wien joggt, radelt, walked ist entspannt heiter. Und das Riesenrad bekomme ich auch noch zu sehen:
Vor lauter Begeisterung vergesse ich, dass ich nicht bis ans Ende des Praters fahren darf, sondern über die Brücke auf die Donauinsel muss. Es ist mein einziger Umweg während der ganzen Fahrt durch Österreich.
In der Lobau beginnt die Auenlandschaft. Und ich habe ein Erlebnis der anderen Art. Wie Ihr gleich verstehen werdet, gibt es davon leider kein Foto Dokument.
Der Morgen ist schön, die Donau fast blau. jetzt ist eigentlich der Moment meine morgendliche TaiChi Pause einzulegen. Ich stelle das Fahrrad an einem kleinen Rastplatz am Weg ab.Und beginne. Da kommt ein nackter Mann über den Weg und verschwindet im Gebüsch. Ich bin irritiert. Hoffentlich ist er nur zum Pinkeln im Gebüsch verschwunden. Ich mache weiter. Der nackte Mann ist immer noch im Gebüsch. Ich mache weiter. Unterhalb des Radweges ist eine kleine Straße. Ein Auto kommt. Ein Mann steigt aus und zieht sich aus. Kommt hoch und setzt sich nackt an den Tisch des Rastplatzes. Der andere nackte Mann kommt aus dem Gebüsch. Sie begrüßen sich und schauen mir zu. Da fällt mir auf, auf dem Radweg steht, in riesengroßen Buchstabe, FKK. Es ist mir sofort klar, dass das nicht "Fahrradweg nach Klein-Kommitschau" heißt. Das ist der Moment, da ich beschließe, dass meine morgenliche TaiChi Pause heute sehr kurz ausfallen wird.
Die beiden Herren scheinen das zu bedauern.
Ich hätte da mal eine Frage, auf die ich um eine ehrliche Antwort bitte: "Sieht es eigentlich sehr schwul aus, wenn ich TaiChi mache?"
Vielleicht sollte ich doch auf Kickboxen oder Karate umsattteln. Die Blicke der beiden Herren spüre ich noch im Rücken, als ich mich wieder auf mein Rad schwinge.
Die weitere Fahrt durch die Auenlandschaft ist ein Traum. Es geht ein starker Wind. Zum ersten Mal auf dieser Reise aus Westen. Ich komme gut voran. Was mich nicht daran hindert, alle Info-Tafeln am Wegesrand intensiv zu studieren. Ich bin ja schließlich nicht zum Vergnügen unterwegs. Und so lerne ich auch heute viel Neues. So war mit bislang nicht bekannt, dass der Hundsfisch für einige Zeit "verschollen" war, dass er aber jetzt wieder aufgetaucht sei
Und "jetzt gezielt gefördert wird". War wirklich höchste Zeit, lieber Hundsfisch, dass du gefördert wirst. Deine Rechtschreibleistungen waren vor deinem Verschwinden wirklich unter aller Sau.
Kurz nach der 11:00 Banane ist der Moment gekommen: Die ersten 1000 km liegen hinter mirl.
Würde mich sehr freuen, wenn die restlichen 2000 km ähnlich schön werden!
Nach etwa 40 km durch eine grandiose Landschaft, nähere ich mich der Grenze. Die letzten Kilometer auf österreichischer Seite sind heftig. Die Bundesstraße zwischen Hainburg und der Grenze ist gesperrt. Baustelle. Die Ortskundigen nehmen nicht die offizielle Umleitung- warum auch immer - sondern benutzen den Radweg. Ein Auto nach dem anderen kommt mir entgegen. dabei ist gerade so Platz für die Autos. Der Radler fühlt sich in den Acker gedrängt. Dazu zieht jedes Auto noch eine Staubfahne hinter sich her. Die großen SUVs endlich einmal von der Hauptstraße weg, drehen richtig auf. Hier sind sie richtig! War da gerade ein Fahrrad- egal!
Irgendwann komme ich an die Grenze Das macht doch Hoffnung, dass inzwischen in Europa ehemals ganz streng bewachte Grenzen - so aussehen!
Bald werden Väter, die mit ihren Kindern hier vorbei radeln, nicht mehr erklären können, was eine Panzersperre ist. Das finde ich sehr schön
Die nächsten 6 km verbringe ich am Rande einer 8spurigen Stadtautobahn, aber in sehr netter Begleitung. Ein Herr mit Rennrad und sehr flott unterwegs, bremst ab und unterhält sich mit mir. Er ist gerade 70 geworden war früher mal so etwas wie Staatsprofiradler und fährt noch immer täglich seine Runden.Er begleitet mich bis zu der Brücke, die ich nehmen muss, um in die Altstadt zu kommen, und dann gibt er wieder Gas und schon ist er weg.
Bratislava gefällt mir auf Anhieb. Das Hostel finde ich dank freundlicher Hilfe fast sofort. Es liegt in der Haupteinkaufsstraße der Hauptstadt:
Wirklich gemütlich. Mal sehen, wie das heute Nacht ist. Die Straße ist den Kneipen nach Amüsiermeile und die Straßenbahn fährt direkt am Fenster vorbei. Die Hostelbetreiber sind superfreundlich, begrüßen mich mit Handschlag. Das ist mir bis jetzt noch nicht passiert.
In der Altstadt hat man den Eindruck, dass Essen und Trinken die Lieblingsbeschäftigung der Slowaken ist. Die ganze Innenstadt ist eine einzige Fressmeile.
Und nach dem Essen kann man sich in den "Ramblas" ausruhen
Um einige Bäume wurden Bücherregale angebracht, in die Leute Bücher reinlegen oder sich Bücher ausleihen.
Bratislava mag nicht die "Hochglanzmetropole" sein - im Gegenteil. Aber sieh hat Charme und mit Ideen und einfachen Mitteln kann man viel mehr erreichen!!
Morgen geht es nach Ungarn. Ich habe eben mit Karoly, dem Künstler aus der Nähe von Györ telefoniert, mit dem wir vor einigen Jahren den "Dampfwalzen-Druckworkshop" in Engen gemacht haben. Er will mich von der Donaustrecke abholen und zu sich nach Hause bringen,. Es könnte gut sein, dass ich Morgen Abend nicht sehr zum bloggen kommen werde! Mal sehen.
Zum Schluss die Aufgabe des Tages: Ein Theater bringt hier derzeit dieses Stück:
Man kann die Nadel in der rechten Hand vielleicht nicht erkennen, das Kondom aber schon. Wie mag das Stück wohl heißen (ich habe keine Ahnung, aber vielleicht habt Ihr ja eine Idee)? Was meinen die ExpertInnen von der Profa Singen dazu. Ich bitte um kurze Inhaltsangabe.
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