21.Tag: Ruhetag in Budapest
Hot town, summer in the city
Back of my neck getting dirty and gritty
Been down, isn't it a pity
Doesn't seem to be a shadow in the city
Vielen Dank, Christoph!
3 Wochen bin ich nun unterwegs. Die Zeit vergeht wie im Fluge.
Ausgeschlafen ziehe ich heute Morgen in aller Ruhe los. Die Ecken zu erkunden, die wir, Friederike und ich vor 10 Jahren vielleicht nicht gesehen haben.
Sommer in der Stadt. Zwar gibt es fast immer eine Straßenseite, die im Schatten liegt. Aber es ist heiß. Die Luft steht in den Straßenschluchten (manchmal kommt man um die abgegriffenen Sprachklischees nicht herum) nur unten an der Donau ist es auszuhalten, da weht der Wind. Aber ich radle erst einmal in die andere Richtung.
Das Bild täuscht, die Stadt ist eine Freiluftsauna. Auch im Park hinter dem Heldenplatz ist es nicht unbedingt erfrischend. Aber dafür unterhaltsam. Was mir an Budapest gefällt, ist die unentwegte Bereitschaft die Grenzen des guten Geschmacks zu testen. Die Stadt steht zu ihren verquasen Träumen. Nicht wie Wien, wo man noch an den Papierkörben merkt: hier war einmal der Nabel der Welt. Hier war das Zentrum eines Weltreiches.
Budapest lebt die Träume des 19.Jahrhunderts, den Historismus bis zum Exzess, die Neugotik, die nur zögernd den Jugendstil mit aufnimmt.
In Budapest ist Disneyland vor Disneyland erfunden worden. Was auf dem oberen Bild mittelalternd aus dem Park hervorlugt, ist das Landwirtschaftsmuseum.
Das nachgemachte Kloster hat es mir besonders angetan. Es fehlen nicht einmal die steinernen Mönche. "Metardus, Metardus", man meint, hier hätte sich E.T.A.Hoffmann als Architekt versucht.
Es ist fast schon logisch, dass ich an diesen Mauern, eine der schönsten Überraschungen des Tages finde:
Ein Denkmal für Bela Lugosi, den großen Star des frühen Horrorfilmes und m.E. der beste Dracula ever (na ja, Vincent Price war auch nicht schlecht). Das habe ich mir jetzt nicht ausgedacht! Bela Lugosi steht auf dem Sockel geschrieben!! Und ein kenntnisreicher Vandale hat das Denkmal angemessen vollendet, indem er mit Tipp-Ex zwei kleine Vampirzähnchen anbrachte. Vielleicht ist das der Unterschied. Bei allem kapitalinen Hang zum Bombastischen, Budapest, weiß um seine Verlogenheit und um das Talmi seiner Protzbauten und nimmt sich vielleicht nicht ganz so ernst.
Auf dem See vor dem Was-auch-immer-Schlösschen kann man Wasserskikunstspringen. Toll!! Und gleich daneben. Das legendäre. Szechenyi-Thermalbad.
Nein, um Gottes Willen, bei der Hitze wäre ich nicht für Geld in ein Thermalbecken gestiegen. Außerdem wäre es ganz schön teuer gekommen, sich Alles auszuleihen!
Selbst Museen habe ich mir heute verkniffen - zwangsweise. Schließlich ist heute Montag.
Habe auch so viel gesehen. Der Heldenplatz ist ein Thema für sich:
Wilde Gesellen, diese Magyaren! Einerseits bezieht der "Nationalstolz" sich auf diese asiatischen Horden, denn von daher sind sie wohl gekommen.
Aber dann distanziert man sich gleichzeitig aufs heftigste davon und feiert die Christianisierung.Stefan und seine bayrische Gisela sind überall, Aber toller sind schon die alten Haudegen!
Ich habe mir noch viel angeschaut, bin kreuz und quer durch die Stadt geradelt. Und habe den Tag genossen. Doch mit der Zeit wird die Hitze immer unangenehmer; in den Nebenstraßen fängt es an, nach Urin zu stinken.
Ich beschließe, den Ruhetag jetzt wahr zu machen. Setze mich in ein Cafe, lese Zeitung und mache nichts mehr.
2 Sachen muss ich Euch doch noch zeigen, das eine ist ein kurioses Denkmal für:
Könnt Ihr ihn erkennen? Ja richtig, das ist Peter Falk, alias Columbo, in Bronze. Wie der nach Budapest kommt? Es gibt eigentlich keine belegbare Verbindung. Die Eltern stammen aus Russland und Italien, aber in Ungarn halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass er mit einem berühmten ungarischen Falk, der Politiker und Schriftsteller war, verwandt sei. Sei es drum. Es gibt schlimmere Denkmäler.
Und das 2. ist ein Plakat, das man in der ganzen Stadt findet:
Was liest man, wenn man nicht lesen kann. Hat Putin ein blaues Auge von der EU? Das geht ja wohl schlecht! Soll die EU Putin eins auf´s Auge geben? Das könnte ins Auge gehen! Liebe Ungarn, man kann angesichts Eurer Geschichte verstehen, dass Ihr nicht gerade russenfreundlich seid. Aber wer will hier was erreichen, indem die ganze Stadt damit plakatiert wird? Wäre schon interessant herauszufinden.
Heute habe ich meinen 3. von 5. Briefumschlägen nach Engen geschickt. 3 Kartensätze sind abgefahren. 2 fehlen noch. Streckenmäßig stimmt das natürlich nicht. Denn noch habe ich mehr als die Hälfte der Donau vor mir.
Aber meine Taschen werden immer leichter!!
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