Montag, 18. August 2014

28. Tag: von Vukovar nach Backa Palanka

28 Tage - 4 Wochen!! Sozusagen ein Monat! Wie lange die Reise wohl noch dauert?
Heute an der Brücke, hinüber nach Serbien, hat die Donau fast genau noch 1.300 Kilometer vor sich.
Und ich? Wird man sehen!!
Heute Morgen beim Losfahren, habe ich mal kurz das Gefühl, ich hätte die heutige Etappe viel zu kurz angesetzt. Ein bisschen mehr als knapp 50 Kilometer sind doch immer drin! Was bin ich froh, dass die Madonna del Ghisallo, wieder mal ihre schützende Hand über mich gehalten hat! Was ich bei der Planung nicht ganz so ernst genommen habe, dass auf der Karte vor jedem Ort der heutigen Etappe ein < und nach dem Ort ein >  zu sehen ist. Jetzt weiß ich, dass es sich lohnt auf diese kleinen Hinweise künftig besser zu achten.
Heute war es mit dem vor sich hin Radeln durch die endlosen Weiten der Puszta oder der slawonischen Kornkammer, endgültig vorbei. Irgendwann geht es von der Donau ab und eine lange Rampe den Berg hoch, dann auf einer Hochfläche - mit knackig Gegenwind - 5-6 Kilometer durch Weingärten, um dann in rasanter Fahrt in ein Tal runter, - zum nächsten Dorf.  Im Dorf,  eine 180% Kurve und dann wieder knackig nach oben!! Meist so um die 8% was noch geht, aber die Rampen schienen immer länger zu werden. Ich kann Euch sagen, ich war richtig froh, dass ich heute Backa Palanka (es fehlt natürlich wieder mal ein Haken auf dem c,) zum Etappenziel gewählt hatte.
Die Dörfer auf der kroatischen Seite, wie ausgestorben. Geisterstädte, der Krieg allgegenwärtig.
  
Dann bei der 4. oder 5. Abfahrt - die Donau!! Wie habe ich dich vermisst!!

Aber mit der Achterbahn ist es noch nicht vorbei.  Es ist Mittag als ich schließlich nach Ilok runter fahre (12% in einer Stadt mit Verkehr, dass war nicht ohne!) und bei Ilok über die Brücke hinüber nach Serbien.

 Was für ein Kontrast. Backa Palanka hat gegenüber den Städten der letzten Tage fast südliches Flair. Ein Straßencafe am anderen. 

Wie heißt es so schön in  Reiseführer-Poesie: "In seinen Straßen und Gassen herrscht emsiges Treiben!"
Egal. Ich finde es schön. Wenn ich jetzt noch die beiden Hauptpunkte meiner "to-do-Liste" abhaken kann, dann wird das ein perfekter Tag. Und, sorry, liebe Kroaten, die letzten beiden Tage haben mich schon etwas runtergezogen!
Punkt 1: Meine restlichen Forint und Kuna in Dinar umtauschen!! 
Punkt 2: Endlich einen Frizer finden der auf hat.
Punkt 1: Erweist sich als ziemlich kompliziert. Banken wollen weder Forint noch Kuna - Euro würden sie jederzeit wechseln - ich aber nicht!
Dann weist mich jemand darauf hin, dass es ziemlich viele Wechselstube gibt, man muss nur wissen, auf was zu achten ist:

Aber auch diese sind eher wählerisch. Die ersten 4 wollen weder Forint noch Kuna. 
Dafür komme ich zufällig an meinem heutigen Hotel vorbei. Auch gut. Schönes Hotel, nach den letzten Tagen nachgerade luxuriös. Die Rezeptionistin, eine Tochter (oder Enkelin) von "Dunja Reiter" - die Älteren unter uns erinnern sich an die unglaublich gut aussehende Sängerin. Lange schwarze Haare, grüne Augen - macht mir die große Freude, mir die Garage für mein Fahrrad zeigen, auf schwindelerregend hohen High-Heels, geht sie voran. Was für ein schöner Tag!
Umgezogen und frisch geduscht mache ich noch einen Versuch. Dunja Reiter gibt mir einen wichtigen Tipp. Gleich neben dem Hotel ist eine Wechselstube. Kuna nehmen sie, Forint jedoch nicht. Immerhin. Jetzt habe ich Dinar und Lust auf einen Eiskaffee! Wirklich nett hier!
Auch die nächsten 4 Wechselstuben wollen keine Forint. Am Markt, ein winziger Laden, - ja Forint, ok. Vermutlich ist der Kurs nicht optimal. Aber das will ich nicht so genau wissen. Ich habe jede Menge Dinar!!
Der Markt gefällt mir:

Vielleicht können mir ja meine Söhne, mal anhand der Bilder kurz das Fischangebot in Serbien erklären, damit ich es leichter beim Bestellen habe.

 Und dann, es ist kurz nach 15:00,  ein Herrenfriseur schließt seinen Laden auf. Für umgerechnet einen Euro werde ich endlich meine "Silbermähne" los! 
Punkt 2, abgehakt!  
Auch die morgige Etappe werde ich eher kurz wählen. Es kommen noch mehr < und >s. Und Novi Sad soll ja auch was zu bieten haben.
Jetzt gehe ich erst einmal essen.

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