Samstag, 2. August 2014

12. Tag: von Grein nach Aggsbach-Dorf 

Das Hotel in Grein war nicht das Spukschloss im Spessart, aber auch nicht weit weg davon. Von Anfang an war schlechte Stimmung in dem Laden. In meinem Zimmer riecht es kräftig nach Öl. Als ich die Chefin darauf anspreche, meint sie, das wäre neu, bisher habe es nur auf der Damentoilette nach Öl gerochen. Damit war die Sache für sie erledigt. Eine sehr resolute Dame, Leinenkleid nicht billig, aber eindeutig ein,zwei Nummern zu klein. Auf der Terrasse hält sie Hof und winkt allen vorbei fahrenden Autos zu.Im Verlauf des frühen Abends geht in der Küche auf einmal der Punk ab. Sie und ihr Gatte liefern sich ein  heftiges Wortgefecht. Danach düst er in seinem  SUV davon.
Das Essen ist nicht wirklich gut.
Heute Morgen ist der Frühstücksraum um 8:00 zu, um 8:10 hört man wieder Schreie in der Küche. Die beiden gehen sich wieder, an den Kragen. '"Unfähig für Übernachtungen ..." dabei ist der Laden voll.
'"Pleite..." "du bist nie da.." "dir gehört hier gar nichts..." , ""dann ist es ja gut wenn wir pleite sind..." Inzwischen versammeln sich die nicht vorhandenen Übernachtungsgäste und wissen nicht wie sie darauf reagieren sollen. Einerseits hat man heute was vor, außerdem Hunger und überhaupt will man das Alles gar nicht wissen.
Dann Frühstück zwischen den Fronten. So schnell kann man seinen Kaffee gar nicht trinken, wie er in der Tasse kalt wird. 
 Als ich zahlen will, stehe wieder in der Schusslinie. Er holt sich einen Kaffee, und will sich mit der Zeitung in eine Ecke verkriechen. Sie: "Wenn du nicht augenblicklich verschwindest, hole ich die Polizei." Er setzt sich hin. Ich stehe da, mit meinem Schein in der Hand, wage nicht "Hallo" zu sagen, "Wage es nicht dich hinzusetzen. Ich lass dich mit der Polizei hier rausschaffen."
  "hallo, darf ich bitte zahlen."  Sie nimmt mir den Schein aus der Hand. "stimmt so", sage ich und verschwinde so schnell ich kann.
Es dauert etliche Kilometer mit Gegenwind bis das schlechte Karma, dieses Morgens weg geblasen ist.
Trotz alledem es ist ein wunderschöner Morgen, ich lasse mich von einem gut gelaunten Fährmann auf die andere Seite bringen. Dort ist noch Schatten und ich fahre gut 10 km in der kühlen Sommerluft.

Es läuft wunderbar, zumal alle quietschenden, knarzenden, zwitschernden Vögel auf meinem Rad verschwunden sind. Es hat wirklich nur Öl gefehlt:
Da möchte man zum Dichter werden:

"Ist die Kette gut geölt,
dem Radler es an garnichts föhlt!"

oh nein, es geht noch schlechter:

"Hörst du Vogerln auf dem Rad,
nimm halt Öl, dann sind sie gstaad"
Ist ja gut, ich hör schon auf!



Das andere Donauufer liegt schon in der prallen Sonne. Es wir langsam heiß.

Vor Ybbs sehe ich auf einmal wieder ein Kilometerschild am Ufer.
Es war mir nicht aufgefallen, dass seit einigen hundert Kilometern keine Kilometerangaben mehr gesehen habe.Woran das wohl liegt? Haben die anderen Bezirksregierungen die EU-Gelder für die Kilometerbeschilderung von europäischen Flüssen vielleicht anderweitig verbraten?
OO
Vor Ybbs kommt Gegenwind auf. Es ist immer noch heiß, aber ich werde immer langsamer u n d  l a n g   s   a   m   e    r..
Da kann nur die Banane helfen:

Und während ich so meine Banane mümmle, da sehe ich - ehrlich - zwei Wasserschlangen, und keine kleinen. Ich kann jetzt nicht sagen ob das zwei wirkliche Wasserschlangen waren, oder zwei Schlangen halt, denen es an Land zu heiß geworden ist. Faszinierenden war es allemal. 

In Pöchlarn mache ich Pause und besichtige, das Geburtshaus von Oskar Kokoschka.


Die ausgestellten Blätter zu literarischen Werken - sind... schön.
Der Film über ihn ist OK ..Oskar K. wurde im Alter nicht wirklich weiser. Aber er hat immer noch tolle Bilder gemacht.
Am tollsten war die Klimaanlage, es war herrlich kühl!!
Aber Pöschlarn ist nicht nur auf "seinen" OK stolz, auch wenn er schon als kleines Kind mit seinen Eltern nach Wien ging, und erst als alter Mann zurück kam, den Pöschlarnern mit Bilderspenden bei einer Flutkatastrophe beizustehen.
Nein, sie sind auch echte Nibelungen, den der Name Pöschlarn hieß eigentlich mal Bechelaren, und der Rüdiger, also der von Bechelaren, war ein Gefolgsmann vom Gunter. Ja eigentlich auch nicht so richtig, eigentlich war er so was wie ein Doppelagent. Denn er hat auch zum Etzel gehalten, und sicherheitshalber ist er dann beim Gemetzel am Hof vom Etzel umgebracht worden. Aber die Pöschlarner sind heute noch stolz auf ihren Rüdiger, und deshalb gibt es einen richtigen Nibelungen Parcour, mit rostigen Figuren und wenn man näher kommt bekommt man etwas aus den Nibelungen zu hören:

Also das ist Rüdiger, hätte ich jetzt nicht erkannt.
Aber den Hagen, ja das war einfach, den erkennt jeder an der Augenklappe:

Und, weil der auch immer so grimmig geguckt hat!!
Dann weiter nach Melk. 

Der Wind lässt nicht wirklich nach. Und in Melk brummt der Bär.

 Und wen treffe ich wieder: "Meine 5-Jahres-Plan-Freunde" (habe ich übrigens in den vergangenen Tagen auch immer mal wieder getroffen), 
Freundliches Grüßen, "Hallo" und weiter geht+s.
Um 15:00 ist Schicht. Nach dem Öl-Ehe-Krieg-Gasthof von gestern habe ich mir heute was geleistet (war eigentlich so viel teurer auch nicht): Ich sitze jetzt auf meinem eigenen Balkon und schaue auf den hoteleigenen Naturpool - in dem ICH heute bereits gebadet habe. Bei dem Wetter muss man einfach ins Wasser springen


















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