Freitag, 29. August 2014

39.Tag: Von Negotin nach Vidin

Gemütlicher Tag. Gemütliche Etappe. Und eine Premiere . Wir fuhren heute Morgen zu Dritt los.
Der Gundolf, der Christian und der Manfred.

Das heißt, eine gemeinsame Tagesetappe sollte es nicht werden, denn Christian und Gundolf waren die 47 km auf der direkten Strecke zu wenig, sie wählten nach dem "Grenzübertritt" nach Bulgarien, eine große Schleife, die näher an der Donau blieb. Da die morgige Etappe, die längste nach Sigmaringen-Ulm (106 km) werden wird, trennte ich mich nach knapp 20 km von den beiden.

Hier fahren wir allerdings erst auf die bulgarische Grenzstation zu. Wie gestern, bei der Einreise nach Serbien beeindruckt mich auch hier die "Grenz-Sicherheits-Architektur", immer auch ein bisschen so gebaut, um dem Reisenden die Wichtigkeit dieses "Aktes" vor Augen zu führen. Natürlich war eine Einreise in ein Land des "Ostblocks" immer etwas kompliziert und auch "furchteinflößend".
Heute rottet das ganze Schreckensszenario glücklicherweise vor sich hin. Am bulgarischen Grenzbaum hängt das EU-Schild, wir sind zurück in der Union, die Grenzbeamten locker und freundlich.
Das erste Dorf ist wieder richtig arm. Doch die Hauptstraße nach Vidin ist gut. Ganz wenig Verkehr und ein wunderschöner Morgen. Morgenstille überall... ich sehe und höre sogar Lerchen über den Feldern. Schön.
Bei Gamzovo geht es etwa 3 km nach oben. Oben ein schöner Rundblick über das Donautal. Die nächsten Kilometer geht es dann flott nach unten. Vidin erreiche ich schon etwa um 12:00. Nein, 13:00 Uhr. Bulgarien hat OEZ, also plus eine Stunde. Die hat Rumänien auch, nur habe ich das die Tage davor einfach nicht mitbekommen. Öffentliche Uhren gab es keine. Das Frühstück habe ich auch nie verpasst, wenn es denn eins gab,- "dem Glücklichen schlägt keine Stunde". 
Aber jetzt wisst ihr es auch, euer Blogger ist Euch bis zum Ende seiner Reise, um eine Stunde voraus.
Vidin ist eine Provinzhauptstadt mit ca 50.000 Einwohnern. Das Stadtzentrum ist in sozialistischer Zeit "modernisiert" worden. Die neu entstandenen Plätze wirken etwas überdimensioniert. Das Leben in den Cafes spielt sich in den Schattenbereichen und Nebenstraßen ab. Alte Bausubstanz wurde großflächig beseitigt. Lediglich ein paar historische Bauten, wie das Stadttor

und die Festung

 und die Bischofskirche haben mich interessiert.
Vidin war schon im römischen Reich eine wichtige Garnision der Provinz Moesien, -ehrlich!! 

In der Eingangskuppel der orthodoxen Kirchen scheinen die Seraphin zum Standardbildprogramm zu gehören.

Eigentlich schöner, als in den katholischen Kirchen - in denen den Gläubigen noch schnell die Höllenqualen mit auf den Weg gegeben wurden. 

Aber der Seraph-Job ist auch kein Zuckerschlecken. Schließlich müssen sie, von Urbeginn bis in Alle Ewigkeit permanent "Heilig, Heilig, Heilig" singen. 
Tja man kann sich`s nicht Raussuchen!

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