36. Tag: Von Berzasca nach Dubova
Heute Morgen:
Meine Pension ist wirklich nett. Die Leute auch sehr bemüht. Aber touristische Standards sind noch nicht so ganz verinnerlicht.
Der umgebaute Bauernhof hat wirklich alles.
Gewundert hat mich jedoch gestern schon, als Sohnemann in Deutschland sagte, "gehen sie einfach in die Küche, im Kühlschrank ist alles, sie können sich dann ein Frühstück machen."
Gut gehe ich heute Morgen in die Küche. Kaffee ist in der Kanne der Kaffeemaschine, aber lauwarm. Ich mache die Kaffeemaschine wieder an. Ich schaue in den Kühlschrank. eine Schüssel mit ca 20 Eiern, das sollte reichen, und eine Schüssel mit jede Menge eines fetaähnlichen Käses. Brot steht auf dem Tisch. Honig auf dem Beisstelltisch und eine Schüssel mit Teebeuteln.
Der Kaffee ist inzwischen mehr als lauwarm, ich mache mir ein Honigbrot. Jetzt kommt die nette Wirtin, im Pyjama und frägt "Eggs?" Ich sage, ok. ein weichgekochtes wäre nicht schlecht. Sie macht den Gasherd an und stellt Wasser auf- und geht wieder. Ich nehme ein Ei aus dem Kühlschrank und lege es ins Wasser. Bei Rausgehen sagt sie "Cheese very good"" Na dann, muss ich ihn versuchen. Stimmt, der ist wirklich Klasse und gar nicht Feta- trocken- krümelig.
Da ich ja nun lange genug auf dem Balkan unterwegs bin, weiß ich um die traditionellen Frühstücksgewohnheiten,- erinnerst du dich Friederike - zuerst bekommt man einen Kaffee, zum Aufwachen und damit man das Besteck findet. Dann trinkt man Tee. Mach ich jetzt auch so. Das Ei ist fertig. Mit dem Eierwasser mache mir einen Tee.
Ist eigentlich nicht schlecht. Bekommt mir gut. Leider kann ich mir heute kein "Pausenbrot" schmieren, es gibt nichts, was ich zwischen die Scheiben klemmen könnte. Aber gute Pfirsiche hat es.
Ich war gestern im Dorfladen und kann gut verstehen, dass man hier in den Dörfern zum großen Teil Selbstversorger ist. Es gab auch keine Riesenauswahl im einzigen Geschäft des Ortes.
Ein Blick zurück. Dort wo das Auto steht, da ist das Hoftor.
Es ist ein wunderbarer Morgen. Frisch und windig.
Der nette junge Herr aus Belgrad hat aber gelogen. Der Wind bläst nicht erst ab Ende September aus dem Eisernen Tor heraus. Heute habe ich die ersten Stunden heftig Gegenwind. Aber stört mich nicht groß. Der Grund warum ich nicht so richtig voran komme, ist die spektakuläre Landschaft. Ich muss ständig anhalten, um Fotos zu machen, und eine Kurve weiter ist es noch beeindruckender.
Immer wieder meine ich, da vorne muss nun die wirkliche Engstelle, - d a s "Eiserne Tor" sein.
Ist es aber nicht. es kommt noch verwegener.Wenn der Wind mal etwas nachlässt ist es mucksmäuschenstill. Ab und zu bleibe ich stehen und horche, weil ich es nicht glauben kann.
Immer mal wieder kommen mittelalterliche Burgen, oder was von ihnen übrig geblieben ist. 14.Jahrhundert!
Vermutlich haben sie nicht immer im Wasser gestanden. Wird wohl mit den Wasserkraftwerken, weiter unter zusammenhängen. Aber wer weiß!
Die Straße verschwindet in regelmäßigen Abständen und wird zur kaum passierbaren Ruckelpiste. Die Hänge sind unglaublich steil. Kein Wunder, dass hier Erdrutsch und Steinschlag an der Tagesordnung ist. Aber ich habe es nicht eilig. die heute Tagesetappe sollte gut zu meistern sein.
Die Heuhaufen in Rumänien begeistern mich. Nicht nur, weil ich Monets Bilder im Hinterkopf habe. Es ist auch ihre schiere Größe und die Technik, wie sie aufgerichtet werden. Das Holzgerüst darunter ist ein wahres Kunstwerk, von innen bekommen die Haufen auch Luft und faulen nicht von innen heraus.
Oft sieht man ein Gewicht, z.B. einen Autoreifen oben um den zentralen Ast. Von unten wird der Heuhaufen aufgebraucht und wird mit, der Zeit, nach unten gedrückt. Genial.
Natürlich schaue ich heute im Laufe des Tages auch immer neugierig auf die andere Seite, wie es wohl den Radlern auf der serbischen Seite ergehen mag. Da sind jede Menge Tunnel
Tunnel mit dem Fahrrad, das ist ganz schön heikel. Noch immer bin ich zufrieden mit "meiner Seite".
Spätestens ab Plasevita zeichnet es sich ab, wo die eigentlichen Engstellen kommen. Hier ist das Kernstück des "Eisernen Tores", zwei ganz enge Passagen. Und jetzt sehe ich auch, warum die rechte Seite mehrheitlich gewählt wird.
Auf meiner Seite, komme ich durch das erste Tor nicht durch. Ich muss hinauf -obiwillodernet. Und es geht bös hinauf und weg von dem Engpass über den Felsen hinweg.
Links hinten kann man erkennen, dass die Straße auf meiner Seite über den Felsen geht.Auf der rechten Seite wäre die Straße durch die erste Engstelle gegangen.
Also uffi!
In Dubova habe ich ein Zimmer reserviert. Oben angekommen, bin ich ganz schön geknickt. Das ist ein ziemlich armseliges Nest in einem Hochtal. Viel Ruinen, und sonst nicht viel. Ich halte an einem Laden. Einige Herrschaften sitzen davor und genehmigen sich ein Bier. Ich frage nach der Pension Lucian. Allgemeines Schulterzucken, niemand kennt sie. Zum Glück habe ich die Telefonnummer und einer der Herren, ruft sofort dort an.
Es stellt sich heraus, dass Dubova aus 2 Ortsteilen besteht, dem Bergdorf und dem "mondänen" Ort zwischen den beiden "Eisernen Pforten".
Die netten Herren schlagen vor, ich trinke erst einmal einen Kaffee, sie trinken in Ruhe ihr Bier aus, und dann fahren sie mich zur Pension. So machen wir es.
Es geht rasant nach unten. Wieder zur Donau.
Was mich wundert, die Pension ist in unmittelbarer Nähe des Hauses, meiner netten Führer! Da ist doch was faul! Doch die Pension gibt es tatsächlich. Direkt am Wasser, direkt in Dubova -zwischen den beiden Toren, an einem der schönsten Orte, die ich je gesehen habe.
Könnte es sein, das diese Pension nicht offiziell gemeldet ist? Soll mir wurscht sein sein.
Zwischen den beiden "Toren" wird die Donau zu einem See, von meinem Balkon aus sehe ich, die rechte Pforte (siehe oben) und die linke Pforte:
Noch einmal. Von meinem Bett aus:
Dieser Anblick allein hat mich mit der Entscheidung auf dieser Seite zu fahren wieder versöhnt.
In einer anderen Pension bekomme ich ein sehr gutes Essen. Unterhalte mich nett mit dem Kellner, der 2 Jahre in Valencia gearbeitet hat und Denia kennt.
Er hat mir angeboten, einen der Tretbootschwäne zu mieten. Danke!! Danke!! Genug getrappelt für heute.
Zurück in der Pension, wartet meine Landlady schon auf mich. Aufgebrezelt. Sie will in die "City". Wo immer das ist. Ich soll hinter ihr zuschließen. Sie zeigt mir, wie der Gasherd funktioniert und wo ich den Nescafé finde, für das Frühstück. - That is free! Ja schön, und was gibt es zum Essen? Sie lächelt und ist verschwunden und ich bin allein in der Pension. Immerhin hat die andere Pension auch eine Frühstückskarte gehabt. Ich werde nicht verhungern.
Andere Länder....
Übrigens: Heute im Laufe des Tages hat die Donau auch die 1000 Kilometer unterschritten. Dubova liegt auf Donaukilometer 970
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Beneidenswert! Wunderschöne Bilder.
AntwortenLöschenHubert