34.Tag: Von Konvin nach Bela Crkva
Die Villa Milano hatte gestern eine nette Überraschung parat. Als ich eincheckte, sah ich, dass schon ein anderes "Rad" angekommen war. Und wisst Ihr wer? Es war Gundolf. Gundolf who? Tja, bisher habe ich ihn in Ermangelung des richtigen Namens anders bezeichnet. Bis Novi Sad war er mit seiner Frau unterwegs. Zum ersten Mal getroffen habe ich sie in einem kleinen Dorf im Bayrischen. Dann, noch einmal, zwar nur einen Augenblick, als ich mich mit dem Kamelbesitzer unterhielt, und anscheinend hat mich Gundolf noch ein drittes Mal gesehen, als er mit dem Auto den Berg bei Novi Sad rauf gefahren wurde.Die aufmerksame LeserIn des Blogs wird gemerkt haben, wen ich gestern getroffen habe. Der bisher verwendete Spitzname ist hiermit gestrichen! War auch nicht böse gemeint. Im Gegenteil, ich habe Gundolfs Frau für ihren trockenen Humor und ihre Selbstironie bewundert.
Wir hatten natürlich genügend Gesprächsstoff, die Frage aller Fragen, "links oder rechts" durch das Eiserne Tor stand selbstverständlich im Mittelpunkt!! Gundolf hat sich für die serbische Seite entschieden. Ich bleibe jetzt einfach mal dabei, es auf der rumänischer Seite zu versuchen. Im Laufe des Gespräches haben wir uns gegenseitig in unseren Entscheidungen gründlich verunsichert. Natürlich ist die serbische Seite spektakulärer- aber auch sehr viel anspruchsvoller. Das ist eine richtig knackige Bergetappe. Im Internet warnen die Fahrradseiten vor der rumänischen Seite- "aggressive Hunde und bettelnde Kinder" - da bin ich ein wenig skeptisch! Und Morgen habe ich auch erst einmal ein kleines "Gebirge" vor mir. 18 Kilometer durch die Locva Berge Egal, Morgen weiß ich mehr.
In der Nacht ging ein heftiges Gewitter ab. Der Morgen ist angenehm kühl. Ich suche meine ärmellose Windjacke heraus. Beim Frühstück verabrede ich mich mit Gundolf in Negotin, mal sehen ob das klappt. Wäre schon interessant sich auszutauschen.
Dann trennen sich unsere Wege. Ich fahre Richtung Bela Crkva und Gundolf Richtung Fähre in Stara Palanka.
Nein, heute habe ich nicht Moos angesetzt. Im Gegenteil es lief sagenhaft gut. Hügelige Landschaft, angenehmer Rückenwind. Sonntag, leere Straßen.
Doch bei der Ausfahrt aus Kovin erlebte ich eine unglaubliche Überraschung. Ich traute meinen Augen nicht.
Eine Gartenzwerg-Invasion! Das waren bestimmt über 100! Fussballzwerge, Laternenzwege, Schneewittchen Zwerge, aber wie sind sie seit dem letzten Mal gewachsen! Ich muss mir das näher anschauen. Da kommt der Vater der Gartenzwerge aus dem Haus.
Bela Crkva hat es einige nette Seen, es ist ein Feriengebiet, etwa 10km von der rumänischen Grenze entfernt.
Heute hätte ich (vielleicht) Lust gehabt, mich ins Wasser zu wagen. Aber leider!!! Leider ist das Wetter viel zu kühl für solche Experimente.
Dann halt gemütlich in die Villa Oasis, denn der Ort selbst ist schnell erkundet.
Ein bisschen ausruhen. Kräfte sammeln für eine der anspruchsvollsten Etappen der ganzen Reise!
Bis Morgen
Victor freut sich, dass mir seine Gartenzwerge gefallen. Alle hat er selbst gemacht. In Beton gegossen. Unglaublich schwer. Ich frage ihn, wie viele es sind. Er weiß es nicht (sein Deutsch ist rudimentär, aber wir verstehen uns prächtig, mein Serbisch ist natürlich noch rudimentärer). Er hat drei Modelle entwickelt. Jeden Tag macht er etwas an seiner Sammlung. Ein bisschen irritiert mich die Haltung der linken Hand von Zwergtyp 2:
Victor merkt meine Unruhe. Schnell versichert er, dass der Zwerg "Hallo!" sagt. Dass er nichts böses gedacht hat, deutet auch der Ring in der Hand an. Wahrscheinlich kommt da einmal die Laterne hin, wenn er weiß, wie er die aus Beton gießen kann, ohne das der Zwerg dann umkippt!
Eine Frage, lieber Victor, musst du dir allerdings trotzdem gefallen lassen. "Wie lange ist der Zwerg ein Zwerg? Und ab wann sind es Menschen mit vertikaler Herausforderung!" Eine hoch interessante Frage, die seit den 60er Jahren, als Frau Elsner, das Buch "Riesenzwerge" schrieb, nicht abschließend geklärt werden konnte.
Bester Laune radle ich weiter.Es flutscht nur so! Zwar fängt es irgendwann an zu nieseln. Aber das stört überhaupt nicht.
In Dubovac ist Kaffepause. Eine Kneipe, ein gutes Dutzend Herren sitzen davor und genehmigen sich ihren Sonntagsfrühschoppen. Gegenüber ist Krämermarkt. Hier auf dem Land gibt es nur den "türkischen" Kaffee, auf dem Gaskocher aufgekocht.Daran muss man sich gewöhnen. Inzwischen weiß ich, wie man vorgehen muss, dass er schmeckt.
1. Warten. Warten bis der Kaffeesatz sich auf dem Boden der Tasse abgesetzt hat.
2. Zucker, ja, durchaus viel, aber nicht umrühren! Sonst wird der Kaffeesatz wieder aufgewirbelt.
3. Türkisch Kaffee kann man nicht einfach runterschütten.
Die Landschaft hat sich geändert. Kein Ackerbau mehr. Ab und zu eine Viehherde. Mich erinnern die Hügel an eine Heidelandschaft oder das schottische Hochmoor.
Kurz vor Bela Crkva überquere ich den Theis-Donau-Kanal. Am Sonntag wird geangelt.
Heute hätte ich (vielleicht) Lust gehabt, mich ins Wasser zu wagen. Aber leider!!! Leider ist das Wetter viel zu kühl für solche Experimente.
Dann halt gemütlich in die Villa Oasis, denn der Ort selbst ist schnell erkundet.
Ein bisschen ausruhen. Kräfte sammeln für eine der anspruchsvollsten Etappen der ganzen Reise!
Bis Morgen
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