18.Tag von Györ nach Komárom (oder genauer: Komarno)
Ich hatte schon so eine Vorahnung, dass ein Besuch bei Dina und Karoly nicht ohne eine eingehende Inspektion der Borbely' schen Produktion abgehen würde. Da Karoly auf vielen Gebieten ein Künstler und großer Meister ist, wurde es ein sehr anregender und interessanter Abend.
Zuerst haben wir uns natürlich Arbeiten in seinem Atelier angeschaut
Doch Karoly's Talente als Winzer und Schnapsbrenner sind nicht minder großartig. Mal sehen, ob ich noch zusammenbringe, was mir Karoly aus dieser Produktion angeboten hat. Zuerst ein Birnenschnaps vom Feinsten, dann ein Marillenschnaps, nein, das Wort Schnaps ist zu profan, das war die pure Frucht in Flaschen.Ein richtiger Schnaps sei das allerdings nicht er habe nur 44%, Schnaps beginnt bei 50% !! Dann ein Kirsch und schließlich ein Nussschnaps aus grünen Nüssen. Das war unglaublich, so nussig, und gleichzeitig fast wie Cognac. Und alle Früchte von eigenen Bäumen.
Aber Karoly ist auch Winzer, der Weinberg hinter dem Haus ist nur ein Teil seiner Rebhänge.
Inzwischen sind wir an seinem Weinkeller, an einem anderen Weinberg. unglaublich, dass er das Alles alleine bewirtschaftet und zwar neben seinem Job an der Uni.
Auch wenn ich bekennender Weinbanause bin, so habe ich zwar nicht die ganze Palette seiner Weine, aber doch einige probiert- und ich muss sagen, selbst mir hat der Riesling super geschmeckt.
Vielen Dank, Dina, vielen Dank Karoly - das war wieder Mal ein superschöner Abend mit Euch beiden.
Karoly bringt mich am Morgen wieder auf meine "Strecke". Um 10:00 Uhr fahre ich los. Es ist schon ziemlich heiß.
Da sich meine Vorahnung also bestätigt hat, war es sehr weise von mir "nur" eine Halbetappe von etwa 50-60km einzuplanen. SO KANN MAN SICH IRREN!
Wenn ich gedacht habe, auf dieser Strecke könnte ich mir gemütlich die Schnäpse aus Kopf und Beinen strampeln, so habe ich ganz schön geschnitten. Bis zum Audiwerk, Super-Radweg, dann kommt das, wovor mich Karoly schon gewarnt hat. Es gibt keine Radwege mehr. Die Schilder vom Euro-Velo 6 sind weiterhin sehr gut verteilt. Es wird wirklich versucht, Straßen mit viel Verkehr zu vermeiden, was bis auf wenige Kilometer auch gelingt. Aber was für Straßen!!!
Das war auf dem ersten Kilometer der "Nach-den-Radwegen"-Strecke, da dachte ich noch, das wären schlechte Straßen. Meinem armen Fahrrad habe ich heute wirklich einiges zugemutet. Anfangs waren noch Reste von Asphalt erkennbar, dann war es hauptsächlich Sand und Kies, was an sich nicht schlimm ist, wenn nicht die Löcher gewesen wären. Ich habe Mühe mich tempomäßig im zweistelligen Bereich zu bewegen.
Aber es soll noch schlimmer kommen. Zwischendrin immer mal wieder winzige kleine Dörfer mit schönen Gärten und unglaublich großen "Hibiskus"? -Blüten.
Die Vegetation wird insgesamt südlicher. Die Akazien werden immer häufiger. In den Gärten sieht man immer häufiger auch Feigenbäume.
Doch dann beginnt die eigentliche Prüfung. Das Euro-Velo 6 Schild schickt mich an den Rand vom Acker. Melonenfelder. Aber verdient das den Namen Weg?
Das Schlimme daran ist nicht, dass man hochkonzentriert auf einer Seite der Fahrspur, die "Rille" halten muss. Ständig verschwindet der Weg in Schlammlöchern und Pfützen, die fast die ganze Breite des Pfades einnehmen. Wären nicht meine emsigen "Vor-Fahrer" gewesen, die neue Spuren, im Acker gespurt hätten, ich wäre an den Löchern nicht vorbei gekommen. Und dann auf einmal, wie aus dem nichts wieder ein asphaltiertes Sträßchen - für ein paar Kilometer. Unter Akazien. Aufatmen. Und dann wieder die Schlammlöcher, dieses Mal noch schlimmer. Es ist links und rechts kaum Platz, so dass man, auf den "schmierigen Abhängen" der Löcher balancieren musste.
Dieser Pool auf der linken Seite war noch harmlos. Später hatte ich nicht mehr den Nerv Fotos zu machen, da wollte ich nur noch durch.
Gegen 15:00 komme ich Kommárom an. Meine Pension, liegt auf der anderen Donauseite. In der Slowakei, im Euroland - ist es halb so teuer, für uns!
Außerhalb von Bratislava merkt man deutlich, dass die Slowakei den Beitritt in die Eurozone teuer bezahlen muss. Das Warenangebot in der Innenstadt ist bescheiden. War Bratislava voll von Esslokalen, so ist jedes 2. Geschäft in Komarno eine Eisdiele.
Ich bin wirklich gespannt. Wie sich der Eurovelo 6 weiter entwickelt.
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Hallo Manfred,
AntwortenLöschender Hibiskus hinter unsrem Haus stammt auch aus Ungarn ;)))
Gruss Andy
Hallo Manfred,
AntwortenLöschentoller Ausflug, tolle Zielsetzungen! Ich wünsche dir sehr viel Kraft um das schwarze Meer erreichen zu können und sehr viel Spaß unterwegs.
Liebe Grüße aus Hamburg
Kata