48.Tag: Erster Ruhetag in Constanta
Es stürmt immer noch. Aber hier am Strand, stört es nicht.
Heute Morgen etwas Sightseeing, mit dem Rad ist das sehr entspannt. Ganz in der Nähe ein Kloster. Holzkirche. Sonntagsgottesdienst. Die Messe wird nach außen übertragen! Die Mönche singen die Messe. Klingt sehr schön. Mehrstimmiger Gesang, schöne Stimmen.
Sonntag ist auch Markttag. Ein ganzes Viertel Marktstände, Markthallen - fast wie in einem Bazar.
Gegen Mittag hat der Wind die dunklen Wolken vertrieben. Zeit, um an den Strand zu gehen.
Für heute Abend habe ich mich für eine Massage eintragen lassen. Nach so viel harter Arbeit, haben meine Beine auch etwas Aufmerksamkeit verdient - oder?
Auch eine Art von Fazit:
Auf den endlos langen Fahrten durch die Puszta und die kleine und große Walachei muss man sich mit irgend etwas beschäftigen. Ich schreibe oft in Gedanken am Blog. Doch das ist ein sehr heikles Unterfangen. Denn kaum habe ich in meinem "Mentalen-Blog" geschrieben.
"Herrlicher Morgen, Rückenwind, Wolken schießen an mir vorbei.."- macht die Straße eine 90° Kurve und der Seitenwind treibt mich fast in den Graben! Also lieber nicht bloggen, ehe das Tagesziel erreicht ist.
Singen ist auch eine schöne Sache. Ich krame in meinem Gedächtnis so ziemlich alle Lieder hervor und schmettere alle Strophen, die mir so einfallen in den Tag.
Nachteil dieser Beschäftigungsart: Ist die Tagesetappe sehr hügelig reicht die Luft meist nur für Fahren oder Singen. Am Straßenrand zu stehen und "I´m leaving on a jetplane.." zu singen, wäre mir dann doch sehr egozentrisch vorgekommen und hätte mich nicht wirklich vorwärts gebracht.
Kopfrechnen, das geht auch im "bergauf". Also rechne ich:
Ich zähle zuerst, wie viele Pedalbewegungen ich auf 100m mache. "Kleine Kreise, linkes Bein - kleine Kreise, rechtes Bein".
Je nach eingelegtem Gang bewegt sich jedes Bein zwischen 18 und 24 mal im Kreis.
Nehmen wir 20, damit es sich leichter rechnet, wahrscheinlich sind es mehr, denn ich bin vom Typ her eher der "Schnelltreter" und nicht der "Krafttreter", das heißt ich mache lieber viele Kreise, als dass ich einen größeren Gang einlege und mehr Kraft aufwende (das kann man übrigens auch bei Radprofis beobachten, dass es tendenziell diese "Typen" gibt).
Also:
Linkes Bein 20x und rechtes Bein 20x = 40
100m - 40
1000m - 400
10 km - 4000
100km- 40.000
1.000km- 400.000
3.000km - 1.200.000 kleine Kreise.
Doch die Felder der Walachei sind enorm gewesen, da konnte ich endlos weiter rechnen.
Die "Kurbeln" an denen die Pedale meines Fahrrades sitzen, haben eine Länge von 17 cm.
Meine kleinen Kreise haben also einen Radius von 17.
Ohweia - wir berechnet man noch gleich den Umfang eines Kreises?
Habe ich am Abend nachgeschlagen - ist mir nicht mehr eingefallen.
Aber am nächsten Tag kamen ja wieder genügend Felder:
Umfang des Kreises: u = 2 π r
Jetzt geht es weiter:
34 x π
Jetzt wird es mit dem Kopfrechnen und dem Konzentrieren auf die Schlaglöcher etwas problematisch.
Aber es sollten so um die 107 cm sein, leicht aufgerundet.
Also weiter:
Auf 100 m macht ein Fuß 20 Kreisbewegungen - das sind 20x107cm = 2140 cm = 21,4 m,
beide Beine = sind also 42,8 m.
Wenn ich richtig in der Walachei gegrübelt habe, dann
sind das:
auf 100m - 42,8m
auf 1km 428 m
auf 10km 4,28 km
auf 100 km 42,8 km
auf 1000 km 428 km
auf 3000 km 1.284 km
Meine Beine haben keine 3.000 km zurückgelegt sondern nur 1.284 km, d.h. 642 km das linke Bein und 642 km das rechte Bein- und dabei sicher weniger Energie verbraucht als dies bei Schritten der Fall gewesen wäre!
Deshalb ist das Fahrrad eine der genialsten Erfindungen der Menschheit!
Wer würde mir da nicht Recht geben!
Ja ich habe mir viel zusammen gerechnet und zusammen gesponnen auf dieser Reise, keine Frage.
Es folgt Morgen, das letzte abschließende Fazit, die Antwort auf all die Fragen, die mir niemand stellte:
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