44.Tag: Giurgiu nach Oltenita
He ho, spann den Wagen an.
Sieh der Wind treibt Regen übers Land!
Ich wache früh auf. Bin angespannt, wegen der 10 km Autobahn, die ich zuerst lang muss. Die ganze Nacht ratterten Lastwagen durch meine Träume. Reale und die von gestern.
Um 6:30 ist es noch stockdunkel. Komisch. Trotzdem möchte ich heute früh los. Vielleicht ist der Verkehr dann noch erträglich.
Auf dem Weg zum Frühstück, wird mir klar. Heute hängen die Wolken tief, tief und tief schwarz! Au weia. Zu der Stimmung passen die gelangweilten und unlustigen Damen des Motels.
Nichts wie weg!
Die Autobahn erweist sich als weniger dramatisch, als ich befürchtet hatte.Die Standspur hat fast durchgängig ausreichende Breite. Der Verkehr ist heute Morgen erträglich. Auf der anderen Seite radeln Dutzende von Arbeitern in die Stadt..Geradeaus wären es noch 54 km nach Bukarest.
Nach 11 km gehe ich rechts ab
Und hinauf. Das wird ein Berg-und Talbahntag. Und der Wind pfeift.
Und hinauf. Das wird ein Berg-und Talbahntag. Und der Wind pfeift.
Ein seltsamer Wind. Ganz anders als die Tage zuvor. Ein warmer, klebriger, feuchter Wind! Meerwind!!
"Sieh, der Wind treibt Regen übers Land.." Man riecht ihn, man spürt ihn, den Regen. Es hat sicher über 20° aber die Wolken rauschen nur so von rechts vorne, nach links hinten.
Eine unheimliche Stimmung auf der Hochfläche. Der Wind macht mir sehr zu schaffen. aber er ist mein "Freund" er bläst die Regenwolken in die kleine Walachei. Wo sie ihn sicher sehnlich erwarten.
Zwischendurch wird es auch mal heller, doch die nächste Regenwand schiebt sich schnell ins Bild.
Aber wie durch ein Wunder. Ich bleibe trocken.
Es ist ein ständiges Auf und Ab. Rauf und Runter. Die Dörfen liegen oben, zwischen ihnen ist ein kleiner Flusslauf. Im 2. oder 3. Dorf, ich quäle mich nach oben, kommen mir zwei alte Herren entgegen. Der eine macht mit den Händen Pedalbewegungen und ruf mehrmals. "La mare, la mare...!"
Ein wahres Naturtalent! Hätte es sie zu seiner Zeit schon gegeben, er hätte als Motivationstrainer ein Vermögen machen können.
Im Nationalpark Puieni Deal ein großes Waldgebiet, spürt man den Wind kaum. Ich komme endlich etwas flotter voran
Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein so großes Waldgebiet gesehen zu haben, das zu gut 90% aus Eichen besteht.
Doch jeder Wald hat sein Ende, und wumm, die warme Keule von vorn.
Es ist nicht sehr abwechslungsreich. Die "Große Walachei" ist von Großer Agrarindustrie geprägt. Da tut sich nicht viel.
Interessant ist jedoch, dass sich der Baustil der Häuser so häufig auf meiner Reise ändert.
In den Dörfern dieses Tages sind die,... taj, wie heißt das korrekt. Also das Gebälk auf dem das Dach auf den Wänden ruht, vielleicht wissen Markus oder Hannes, wie das fachmännisch richtig heißt,
also der Übergang zwischen Wänden und Dach, .. mit Schnitzereien verziert.
Viele sind älter, aber auch an neueren Häusern sieht man schöne Schnitzereien.
Mir fällt auf, dass das Dach quasi frei aufsitzt. Soll heißen, man kann oft einen kleinen Schlitz zwischen Mauer und Dach sehen. Ich denke mal, da haben sich die Altvorderen was gedacht. Kostenlose Klimaanlage?
Wie es sich bei heftigem Gegenwind fährt, habe ich ja ausgiebig an anderer Stelle ausgeführt. Wer will kann ja da noch mal nachlesen.
Ich schiebe mich durch den Tag.
Die Donau habe ich seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen. "Donauradwanderweg"! Hört sich doch idyllisch an. Doch ehrlich gesagt, weder Donau, noch Radwege, noch Wandern! - Höchstens bergauf, wenn ich mal wieder bei langen Strecken um die 14% absteige und schiebe.
Doch ich komme gut in Oltenita an. Ein kleiner landwirtschaftlicher Marktflecken mehr. Die Pension Azaro hat zwar schon bessere Tage gesehen. Doch die Leute sind wieder nett und gesprächig. Nicht so muffig wie gestern.
Bei dem Wind ist mal wieder Wäschewaschen angesagt. - Unglaublich wie schnell alles trocken ist.
Leider läßt sich mein Zimmer nicht abschließen. Doch das wird geregelt, so lange ich Essen bin.
Die Auswahl heute ist überschaubar. Es gibt nur ein Restaurant. Das hat drei Gerichte zur Auswahl, Hühnereintopf, Eintopf mit Schweinefleisch und ein Ein Topf, den ich nicht verstanden haben. Schmeckt hervorragend. Doch für meinen heutigen Kalorienbedarf eindeutig zu wenig. Ich zeige auf den nächsten Programmpunkt auf der Kreidetafel. Ich bekomme noch einen Teller Kartoffeln und einen Hühnerschenkel. Auch sehr lecker. Jetzt bin ich satt.
Und kann mich an den Blog machen.
Heute werde ich zum ersten Mal im Fernsehen nach einem Wetterbericht schauen. Würde mich schon interessieren, ob ich morgen wieder gegen den Wind fahre.
Die Strecke Morgen ist jedoch deutlich kürzer, keine 80km und vor allem keine <<>>>!
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