43.Tag: Von Zimnicea nach Giurgiu
Das Hotel Inter, in dem ich übernachtet habe, heißt mit vollem Namen Inter Agro und gehört zu einem ziemlich großen agrarindustriellen Betrieb, dem die halbe Gegend hier gehört.
Als ich heute Morgen aus Zimnicea rausfahre merke ich gleich, das wird erst einmal wieder eine Fahrt durch endlose Riesenfelder und Milchwirtschaftsbetriebe, die noch von der sozialistischen Kolchosenwirtschaft stammen müssen.
Was soll' s. Der Morgen ist schön, die Sonne scheint, leichter Gegenwind. Die Sonne steht zum ersten Mal seit langer Zeit schon am Morgen rechts von mir. Heißt das, die Donau hat schon ihren südlichsten Punkt erreicht und macht sich jetzt langsam in nordöstlicher Richtung dem Delta entgegen auf den Weg? Von der Karte her hatte ich das erst bei Giurgiu erwartet.
Nach den ersten 10 km kommen dann wieder kleinere Dörfer. Endlich gibt es wieder was zu sehen.Hier gibt es noch viele aus Lehmziegeln gebaute Häuser. Die Lehmziegel werden an Ort und Stelle in einer Art Einweg-Brennofen hergestellt. Die Lehmziegel werden geschichtet, unten 2-3 Brennkammern eingerichtet und dann das ganze mit feuchtem Lehm verschlossen. Ich habe nur gesehen, wie einer dieser "Öfen" gerade geöffnet wurde um die Ziegel herauszuholen. Es wird also noch in der traditionellen Bauweise neu gebaut.
Es gibt auch "Heimkehrerhäuser"- beeindruckend, aber nicht ganz so gigantisch wie gestern. Vor einem Haus stand ein spanischer Caddy. Die Besitzer haben ein kleines Bauunternehmen, Umbauten und Reparaturen aller Art.
Und wie schon in den vergangenen Tagen Kreuze, Kirchen, Kapellen.
In den Sonnenblumenfelder des Agro Konzerns wird auch Afterlese der Dörfler betrieben. Einerseits übrig gebliebene Sonnenblumen. Andererseits "ernten" sie die stehen gebliebenen Stängel, die bis zu 50 cm lang sind. Was sie mit diesen wohl machen werden?
Was mir anfangs nicht aufgefallen ist. Bei Zimnicea ist eine andere "Hauptstraße" in die 5 c eingemündet. Jetzt ist sie eine "internationale Straße" Richtung der Brücke nach Bulgarien.
Das heißt, der Lastwagenverkehr nimmt zu.
Ich habe meine Lektion von gestern gelernt.
Kommt ein Fuhrwerk entgegen und ist ein Sprinter dahinter, dann bleibe ich stehen und warte bis dieser überholt hat. So weit so gut.
Doch der Tag hat einige weitere Lektionen für mich bereit:
Wie heißt das oberste Trucker Gebot? - Gebremst wird nicht.
Wie heißt das oberste Sprinter Gebot? - Im Zweifelsfall Gas geben.
Mitten in einer Ortschaft wird es wieder knapp. Ein LKW taucht hinter einer Kuppel mit einem Affenzahn auf. Natürlich vor ihm ein Eselkarren. Ich schaffe es gerade noch von der Straße runter und nicht in eine Holzhaufen zu fahren,. Ich fluche dem LKW hinterher. Einer der umstehenden Herren, der es wissen muss, ruft mir "C'est Rumania" oder so etwas ähnliches hinterher. Kann ich mir auch was für kaufen!
Der Gegenwind birgt noch ein anderes Problem. Ich höre die von hinten kommenden Autos kaum.
Gegen dieses Problem kann ich, außer beten, keine Gegenstrategie entwickeln. Denn kommt ein Auto entgegen,- siehe Punkt 2. des Sprinter-.Codex, werde ich trotzdem überholt. Die Zentimeter Abstand zwischen meinem Kopf und dem Rückspiegel will ich mir nicht vorstellen.
Diese Art der Reise stresst.
Irgendwann sehe ich auf der anderen Seite der Donau Ruse,
Na, endlich! Die Fahrt nach Giurgiu rein, wie gehabt, endlos Industrieruinen. Der Ort selbst - überschaubar.
Meine Unterkunft für heute, wo ich eigentlich 2 Nächte bleiben möchte - ein Roadside-Motel von amerikanischer Hässlichkeit. Die Leute, fühlen sich durch die Übernachtungsgäste eher belästigt.
Obwohl ich gestern telefonisch durchgegeben habe, dass ich 2 Nächte bleiben möchte, kann sich die junge Dame an der Rezeption nicht vorstellen, dass jemand freiwillig hier 2 Nächte bleibt und rechnet nur für eine Nacht ab. Ich wage nicht, ihr zu widersprechen.
Eigentlich auch ok. Denn heute war ich wieder um 14:00 im Hotel. - Es sind nicht die Entfernungen, 70 km kann man hier gut schaffen!
Jetzt muss ich nur schauen, dass ich "runter komme". Bier soll helfen.Da das WiFi auch noch sehr bescheiden ist, muss ich mich eh ins Restaurant setzten. Das trifft sich.
Es ist gnadenlos heiß! Die Klimaanlage macht Krach, aber zu spüren ist sie nicht. Da bestelle ich doch noch ein Bier.
Drückt mir die Daumen, dass die nächsten 10 km Morgen glimpflich abgehen. Dann trennen sich die Wege der E Straßen wieder. Eine geht hinüber nach Bulgarien (da werde ich sicher nicht mit den LKWs zum Sightseeing übersetzen) eine geht nach Bukarest, und meine - dann wieder kleinere Straße, geht in die Weinberge! Also wieder ein bisschen Berg-und Talfahrt.
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