5. Tag bis Kelheim
Neuburg war wirklich schön. Auch der Morgen beginnt traumhaft.
Noch ist hier das Wetter schön. Sonnig aber noch nicht heiß. Ich radle Richtung Ingolstadt. Ohne Schilder immer auf der Dammkrone oder in den Wäldern. Ich sehe Rehe, Hasen und... . Es ist unglaublich ruhig. Kaum Radler. Nach 2 Stunden Fahrt fahre ich in Ingolstadt ein.
Ich bin wie vor den Kopf geschlagen. Samstag Mittag. Einkaufsmeile. Alles rappelvoll, alles rappelt, aber eigentlich ziemlich relaxed, aber so viele Menschen!! Ich entwickle Fluchtreflexe
Und ich finde ziemlich schnell den Ausgang. Ingoldstadt war zwar an diesem Samstag 2014 kein Fegefeuer, aber noch immer eine sehr martialische Festung, auch wenn die Kanonen von Ingolstadt nicht mehr wirklich erschrecken Beim Rausfahren stolpere ich auch noch über die "Pioniere von Ingolstadt" .
Entschuldige Marieluise, ich wäre gerne ein wenig mehr auf deinen Spuren gewandelt, aber du hättest wirklich Verständnis gehabt. Nich an einem Samstag Morgen.
Witzigerweise traf kurz darauf jemand, der sich seit vielen Jahren einen Kleinkrieg mit den Soldaten hier liefert. Fährt man aus Ingolstadt raus, Richtung Osten, ist alles nach wie vor Manövergelände, und man darf, so steht es auf den Schildern auf gar keinen Fall vom rechten Weg abweichen.
Was mir beinahe passiert wäre, hätte mich nicht eine Stimme kräftig davor gewarnt. Ein ortskundiger Radler erzählt mir dann seinen jahrelangen Kleinkrieg mit dem Standortkommandanten, über die rechte Art der Be- schilderung, damit Leute nicht ins "Sperrgebiet" geraten. Er, der widerborstige Ingolstädter Radler, hängt Schilder auf, die davor warnen sollen, in die Sackgasse zu fahren. Er, der Standortkommandant, "läßt" sie "eigenhändig" wieder abhängen. Eine Lokalposse.
Beim Weiterfahren geht mir noch etwas anderes durch den Kopf. Hatten wir nicht in der Schule gelernt, dass die Donau ab Ulm schiffbar sei?
Seit 3 Tagen radle ich ich nun der Donau entlang und habe noch nicht ein einziges Schiff gesehen, noch nicht einmal ein Boot. ABER: Wie es sich für einen schiffbaren Fluss gehört, nerven mich alle 200m diese Schilder
Ich will nicht alle 200m darauf hingewiesen werden, dass ich noch über 2.400km vor mir habe! Aber was mir an den Schildern dann doch gefallen hat, ist, dass sie stur einfach durchgehend aufgestellt werden, egal ob Schiffe vorbeikommen können oder nicht. An diesem Donauabschnitt war weit und breit kein Fluss zu sehen, die andere Seite des Dammes sah so aus:
Aber Vorschrift ist Vorschrift. Und schließlich, man kann ja nie wissen, vielleicht kommt beim nächsten Jahrhunderthochwasser doch mal ein Schiff vorbei.
Zwischenbemerkung:
Wenn gestern der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich mich leicht über die Bewohner der bayrischen Donauregionen lustig gemacht hätte, dem möchte ich ganz entschieden widersprechen.Ich liebe unsere südlichen Nachbarn. Und wie könnte man jemand nicht lieben, der solche wunderschönen Vogelkästen in seinen Wäldern verteilt:
Man beachte den "Balkon". Wirklich mitten im Wald!!"
Aber auch sonst ist der Samstagsbayer super relaxed. Überall Party, alle sind freundlich, kein Wunder bei dem Wetter.
Und dann kommen doch die ersten Boote. Boote mit Dixiebands, Boote mit Bläsergruppen und alle mit jeder Menge Bölkstoff.
Und so begleitete mich Musik, die letzten 10km bis zur Weltenburg.
Und natürlich wurde die Vorfreude auf das lecker Weltenburgbier auch dadurch verstärkt, dass ich nun eindeutig in der Hallertau angekommen war. Überall Hopfengärten
Doch die Weltenburg war wieder der Schock. Es war gerammelt voll. Und ich mit meinem ganzen Gepäck. Wie schaut man sich an solch einem Ort eine Kirche an, geht fast nicht. Ein Bier trinken? Fast unmöglich.Doch es geht alles gut.
Doch dann mache ich einen Fehler. Von hier weg zu kommen hätte wieder mal bedeutet. Steil bergauf!! Also beschließe ich zu schummeln und mit dem Boot durch den Donaudurchbruch nach Kelheim zu fahren. 5 km bei 2.800 was mach das schon. Außerdem muss man dieses Weltkulturerbe gesehen haben, oder etwa nicht?
Also steige ich ein. Stelle das Fahrrad unten ab. Irgendwie ist mir nicht wohl.
Die Fahrt ist wirklich spektakulär.
Nach 8 Stunden in der prallen Sonne komme ich in Kelheim an und habe nur noch einen Wunsch. Raus aus der Sonne, Duschen, ein kühles Bier. Ich hab ein Zimmer in einem kleinen Brauereigasthof gemietet. Finde ich auch schnell. Ich packe aus. -
Und stelle auf dem Zimmer fest - mein Handy ist weg. Mein uraltes, treues, Seifenstücken, weg. Der treue Begleiter vieler Reisen,
Ich, beklaut an einem Touri-Hotspot!! Ich war die ganze Zeit aufmerksam, nur auf dem Schiff bin ich kurz hoch und habe ein paar Fotos gemacht. Das Handy in dem Täschchen unter dem Sattel hatte ich komplett vergessen.
Na ja, es gibt schlimmeres!! Aber so schöne Handschmeichler machen sie nie wieder! Werde ich mir demnächst halt auch eine kleine Tafel ans Ohr halten !!
Da kann nur das lecker Bier der Privatbrauerei "Frischeisen" helfen!!
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