Samstag, 24. Mai 2014

Prolog

22.05.2014

Von der Bregquelle nach Geisingen

Das neue Projekt nimmt Form an. Nach der Route de Passage im vergangenen Jahr, war ich derart "angefressen" vom langsamen Radeln entlang großer Flüsse, dass ich für 2014 unbedingt wieder auf Reise gehen wollte. Da mich der Eurovelo 6, der das Schwarze Meer mit dem Atlantik verbindet, vergangenes Jahr so sicher bis Chalon sur Saone geleitet hatte, war es naheliegend nun den

 Richtungswechsel

zu wagen. 

Dieses Jahr sei die Donau mein Weggefährte.
Den Eurovelo 6 in die andere Richtung - wenn es klappt bis ans Schwarze Meer
Schaumamal!


Also der Donau entlang. Aber wenn schon, denn schon, der ganzen Donau entlang. Die vollen 2888 km von der Quelle bis zur Mündung.
An der müßigen Diskussion, wo die Donau nun wirklich ihren Ursprung hat, werde ich mich nicht beteiligen. Das dämliche Quellbecken neben dem Donaueschinger Schloss ignoriere ich einfach (zumal es eh gerade renoviert wird und nicht zugänglich ist). Könnte ja jedes Fürstle von und zu Fürstenberg kommen und behaupten, in seinem Garten entspränge der  zweit längste Flüsse Europas (die Wolga ist schlappe 700 km länger). 
Keine Diskussion: Am 25.05. um 9:30 begann an der Bregquelle auf 1100 m Höhe einige Kilometer oberhalb Furtwangens, an der Martinskapelle, die Tour 2014: 2888 km von der Mündung entfernt. 




Na ja, ein wenig veraltet ist die Tafel ja schon, aber so eine Bronzetafel macht was her, die wirft man nicht einfach so auf den Müll, nur weil es 4 Länder nicht mehr gibt. Bronze ist einfach haltbarer als Staaten. 
Von der Quelle geht es steil abwärts, durch das Tal der Breg, hinunter nach Furtwangen. 
Es sind von der Quelle auf 1078m bis nach Donaueschingen schon 360 Höhenmeter auf etwa 60 km. "Der Rest" muss für die letzten 2000 km reichen.


 Bilderbuchschwarzwald. Der Fahrwind ist kühl, die Abfahrt recht steil.


Hinter Furtwangen führt der Fahrradweg auf die Trasse der alten Bahnlinie von Donaueschingen nach Furtwangen. Nur gelegentlich findet man noch Spuren der Bahnlinie. Wie zum Beispiel dieser alte Bahnhof, der zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Der Besitzer sieht, dass ich fotografiere, kommt an den Zaun und erzählt mir die Geschichte des Umbaus und der Bahnlinie. So schön kann reisen sein.


 Donaueschingen, die Stadt, die gerne den Ursprung der Donau gehabt hätte, baut um, so dass der gefakte Quelltopf im Schlossgarten der Fürstenberger nur auf einem Plakat am Bauzaun zu bewundern ist. Schade eigentlich. Ich mag solche Lügengeschichten.

 Wenn Donaueschingen überhaupt einen Anspruch auf einen Donauursprung hat, dann höchstens diesen:

Hier fließen Brigach und Breg zusammen. Links die Breg, rechts die Brigach. Und von jetzt an nennt sich das Flüsschen Donau.
Ich fahre an diesem Tag es Prologs noch bis Kirchenhausen, hinter Geisingen. Dann biege ich ab und radle über den Hegaublick nach Engen zurück.
Am 23.07. werde ich genau da, wo ich abgebogen bin, die Reise wieder aufnehmen - und versuchen den "Rest" in Augenschein zu nehmen.